50 Menschen bei Rosenheim gegen Armut

Am gestrigen Samstag, den 17. 9. 2022, zogen etwa 50 Menschen durch die Rosenheimer Innenstadt, um gegen die Teuerung und für die Menschen zu demonstrieren. In diversen Redebeiträgen wurde auf die steigenden Preise hingewiesen und es wurden Maßnahmen von der Bundesregierung gefordert. Etliche Passantinnen und Zuschauern äußerten ihre Zustimmung zu den Wortbeiträgen und Rufen der Demonstration.

Martin Bauhof, Kreisvorsitzender der Linken Rosenheim, machte deutlich: „Die Preissteigerungen sind allgegenwärtig. Doch es sind nicht alle Menschen gleichermaßen davon betroffen – je geringer das Einkommen, je dünner der Geldbeutel, umso schwieriger wird es den Alltag zu meistern. Und selbst für Menschen, die bisher ein passables Auskommen hatten, wird es eng. Gleichzeitig machen Energiekonzerne Milliardengewinne. Diese müssen mit einer Übergewinnsteuer belegt werden, die für Entlastungen der ärmeren Hälfte der Bevölkerung eingesetzt wird.“

Die Jusos Rosenheim-Land kritisieren vor allem CSU und FW. Der Freistaat Bayern hat in den letzten 20 Jahren nichts dafür getan, Mieter*innen vor Wucher oder exorbitanten Mietsteigerungen zu schützen. Im nächsten Frühjahr werden dazu noch extreme Nebenkostennachzahlungen hinzukommen. Luca Fischer: „Für uns Jusos gilt ganz klar, dass Wohnraum in die öffentliche Hand gehört – egal ob durch Vergesellschaftung oder Wohngenossenschaften!“

Domingo Heber von der Gewerkschaft ver.di ging in seiner Rede auch auf die „Konzertierte Aktion“ genannten Gespräche zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften ein. Den dabei erhobenen Forderungen nach Lohnzurückhaltung erteilt ver.di eine klare Absage. „Die Preise sind bereits jetzt so hoch, dass es für viele Menschen immer schwieriger wird, bis zum Ende des Monats mit ihren Einkommen durchzuhalten. Die dauerhaft steigenden Preise müssen durch dauerhaft wirkende Tariflohnsteigerungen ausgeglichen werden“ sagte der Gewerkschaftssekretär bezugnehmend auf die im Januar anstehenden Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes und der Deutschen Post.

Fridays for Future Rosenheim erläuterte im Redebeitrag: „Es ist völlig klar, angesichts der Klimakrise und der steigenden Energiepreise: Wir können uns die fossile Energie nicht mehr leisten. Weder privat, noch volkswirtschaftlich. Hier muss ökologisch und sozial ein Strukturwandel her. Nur so können wir die Klimakriese abmildern." 

Aufgerufen zur Demonstration haben: ver.di Rosenheim – Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft; Die Linke Kreisverband Rosenheim; attac Rosenheim; Fridays For Future Rosenheim; Linkes Zentrum Z, Antifanten Rosenheim, Jusos Rosenheim-Land