Leerstand trotz Wohnungsnot
Linke Rosenheim macht mit Plakataktion Missstände sichtbar ### Leerstandsabgabe gefordert
Trotz hoher Mieten und akuter Wohnungsnot stehen in Bayern laut Zensus fast 300.000 Wohnungen leer. Allein in Stadt und Landkreis Rosenheim stehen über 5.000 Wohnungen leer, mehr als die Hälfte davon seit mehr als einem Jahr. Die Linke will diesen Leerstand nicht hinnehmen. Deswegen wurden in der vergangenen Nacht in ganz Bayern Plakate an leer stehenden Häusern und Wohnungen angebracht. Auch in Rosenheim wurden rund 20 leer stehende Häuser mit Plakaten sichtbar gemacht.
„In der Stadt Rosenheim haben die Vermieter allein in den letzten 4 Jahren die Mietpreise um 20% erhöht, das ist einfach unerhört. Obendrein nutzen Spekulanten das gezielt aus, in dem sie z.B. Wohnungen leer stehen und verfallen lassen. Das muss ein Ende haben“, teilt Hannah Rohs, OB-Kandidatin der Linken in Rosenheim mit.
„Wir fordern die Stadt Rosenheim auf, leer stehende Wohnungen systematisch zu erfassen, z.B. indem die Stadtwerke die Stromzähler, die keinen Strom verbrauchen, an die Stadt melden. Für Leerstände, die länger als 6 Monate dauern, fordern wir eine Leerstandsabgabe in Höhe der ortsüblichen Miete. Und bei jahrelangem Leerstand müssen die Beschlagnahmung und die Instandsetzung auf Kosten der Eigentümer erfolgen. Denn Leerstand wieder bewohnbar zu machen, geht viel schneller und ist zudem ökologischer als neu zu bauen“, ergänzt Maria Boberschmidt, Kreisvorsitzende der Linken Rosenheim.
„Warum stehen hier Wohnungen leer“ und „Wie viele Menschen könnten hier wohnen?“ steht auf den Plakaten. Damit wird sichtbar, dass Leerstand ein flächendeckendes Problem ist, und wir werden dieses Problem zukünftig in den Stadt- und Gemeinderäten thematisieren.
„Zur Kommunalwahl nächstes Jahr treten wir in ganz Bayern an, und wir werden dafür sorgen, dass kein Bauausschuss tagt, ohne dass die explodierenden Mieten Thema sind. Wir werden uns in den Räten dafür einsetzen, dass öffentlicher Grund nicht verkauft wird und es Baurecht nur mit bezahlbaren Mieten gibt“, so Martin Bauhof, Landessprecher der Linken Bayern und Landratskandidat für den Landkreis Rosenheim der Linken.
Am heutigen Vormittag fand ein Gespräch mit den neuen Eigentümern des Goldenen Hirschen vor dem Hotel statt. Dazu Rohs: „Wir freuen uns, dass die neuen Eigentümer im Zuge unserer Aktion an die Öffentlichkeit getreten sind um Klarheit zu schaffen, wie es mit dem Gebäude nun weitergehen soll. Es ist uns durchaus bewusst, dass die Renovierung eines entkernten Gebäudes eine Weile dauert, und wir freuen uns ehrlich, dass die Rosenheimer sich entschieden haben, das Problem selbst in die Hand zu nehmen, anstatt es großen Investoren zu überlassen. Wir hoffen, dass sie sich an ihr Versprechen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, auch halten werden und dass der Hirsch schon bald von jungen Familien wiederbelebt wird.“
Die Linke Bayern hat eine Webseite eingerichtet, auf der Leerstand gemeldet werden kann und direkt an die örtlichen Behörden weitergeleitet wird: linke-gegen-leerstand.de



