Situation der Tafel in Rosenheim
Am Montag, den 13. 2. 2023 hatte das Bündnis Rosenheim gegen Armut Helmut Türk-Berkhan ins DGB-Haus eingeladen, der über die Situation der Rosenheimer Tafeln berichtete. Mit dabei war auch ein Vertreter der Rosenheimer Tafel. In den Erzählungen der beiden wurde deutlich, dass die Situation immer schwieriger wird.
Tafeln gibt es in Deutschland seit 1993, inzwischen sind es 960 Einrichtungen. Ziel war nie die regelmäßige Versorgung von bedürftigen Menschen, sondern die Verteilung von Lebensmitteln mit kurzem Ablaufdatum an Bedürftige.
In Rosenheim gibt es in der Stadt und im Landkreis derzeit sieben Tafeln, die insgesamt 3000 Personen wöchentlich mit Lebensmitteln versorgen. In der Stadt Rosenheim kommen donnerstags durchschnittlich 200 bis 210 Menschen. Zusammen mit deren Angehörigen versorgt die Rosenheimer Tafel ca. 700 Personen, darunter sind viele alte Menschen, Obdachlose, Alte und ukrainische und andere Flüchtlinge.
Seit Beginn der Corona-Pandemie und aufgrund der Inflation erhalten die Tafeln immer weniger Lebensmittel, sodass für eine Versorgung der Menschen der Zukauf von Lebensmitteln erforderlich ist. Es fehlt besonders an nichtverderblichen Grundnahrungsmitteln des täglichen Bedarfs wie Nudeln und Zucker, da diese fast nicht mehr gespendet werden.
In Rosenheim gibt es zwar ein paar regelmäßige Spender, die die Tafeln unterstützen, jedoch schickt die Stadtverwaltung Flüchtlinge ausdrücklich zur Tafel, wenn diese mit den Unterstützungsleistungen nicht den Lebensunterhalt sichern können; die Stadt beteiligt sich nicht aktiv an der Finanzierung der Lebensmittel. Hier besteht dringender Bedarf an regelmäßiger Unterstützung.
Gonca Cuhadar, Bezirkstagskandidatin der Linke in Rosenheim, arbeitet jeden Donnerstag an der Ausgabe der Rosenheimer Tafel ehrenamtlich mit und berichtet: „Bei der Übergabe der Kisten bin ich immer noch fassungslos, wie wenig darin ist. Das reicht nicht einmal ein paar Tage, geschweige denn eine Woche bis zur nächsten Ausgabe an der Tafel. Es tut mir am meisten weh, den Kindern, die mir als Mutter in die Augen schauen, nichts Süßes dazugeben zu können.“
Im März ist vom Bündnis Rosenheim gegen Armut eine Veranstaltung zur Mietsituation in Rosenheim geplant. Das genaue Datum steht noch nicht fest.

