Zwei Veranstaltungen zum Weltflüchtlingstag
Seminar „Migrationspolitik zwischen Rassismus und Arbeitskräftebedarf“ und Demonstration gegen Dobrindts menschenfeindliche Migrationspolitik
Am Samstag, 20.06.2026, von 11 bis 17 Uhr holt der Kurt-Eisner-Verein (Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern) im Rosenheimer Wahlkreisbüro von Ateş Gürpınar in der Salinstraße 5 ein bereits für April geplantes und krankheitsbedingt verschobenes Seminar mit Hedwig Fuß zum Thema „Migrationspolitik zwischen Rassismus und Arbeitskräftebedarf“ nach. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich und online über https://bayern.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/IAO34/migrationspolitik-zwischen-rassismus-und-arbeitskraeftebedarf oder per Mail an niklas.haupt@gmail.com möglich.
Der Kurt-Eisner-Verein kündigt die Veranstaltung folgendermaßen an:
„Rassismus, Ausgrenzung und Abschottung gewinnen in Deutschland wieder die Oberhand, verstärkt auch mit Unterstützung der bürgerlichen Parteien wie der SPD und Teilen der Grünen. Während Fluchtrouten tödlicher gemacht werden und Menschen mit Gewalt abgeschoben werden, wird aber gleichzeitig von Unternehmen und Industrie gefordert, verstärkt Arbeitskräfte anzuwerben. Hat dieser Widerspruch nur populistische Gründe oder verbirgt sich dahinter eine Logik, die unterschiedlichen Machtblöcken dient. Welche Interessen und Kräfteverhältnisse stecken hinter diesen Diskursen?
Wir wollen uns kritisch mit Grenzregimen und Migrationspolitik in Deutschland auseinandersetzen. Gefragt wird, welche unterschiedlichen Interessen staatliche Institutionen, Parteien und Kapitalfraktionen mit Migrations -und Fluchtpolitik verbinden. Wer profitiert von dieser Politik der Ausgrenzung und Spaltung? Was kann die Linke dagegen tun?“
Ebenfalls am 20.06.2026 um 18 Uhr rufen die Linke Rosenheim, das offene antifaschistische Plenum Rosenheim (OAP) und der Bayerische Flüchtlingsrat zu einer gemeinsamen Demonstration mit dem Titel „Kein Mensch ist illegal – gegen Dobrindts menschenfeindliche Migrationspolitik“ auf. Die Demo beginnt vor dem Rosenheimer CSU-Büro in der Klepperstraße 19. Arif Haidary vom Bayerischen Flüchtlingsrat erklärt dazu:
„Was die Bundesregierung als Migrationspolitik verkauft, ist in Wahrheit die systematische Entrechtung schutzsuchender Menschen. Masseninhaftierung, gewaltsame Abschiebungen in Länder mit nachgewiesenen Schutzlücken, beschleunigte Verfahren ohne faire Einzelfallprüfung – das ist kein Rechtsstaat, das ist organisierte Rechtlosigkeit. Geflüchtete Menschen sind Trägerinnen und Träger von Rechten, keine Objekte politischer Abschreckungsstrategien. Wer das ignoriert, bricht nicht nur mit humanitären Grundsätzen – er untergräbt den Rechtsstaat, auf den er sich gleichzeitig beruft.“
„Jeden Tag werden Menschen aus ihrem bisherigen Leben gerissen und gegen ihren Willen mit Gewalt an Orte abgeschoben, wo ihnen oftmals Lebensgefahr droht. Verantwortlich dafür sind besonders der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und die Rosenheimer Staatssekretärin Daniela Ludwig, weshalb wir uns ihr Wahlkreisbüro als Startpunkt für unsere Demonstration ausgesucht haben. Wir wollen deutlich machen, dass kein Mensch illegal ist“, so Bastian Wagner, Co-Kreisvorsitzender der Rosenheimer Linken.
Selina Weber, eine Sprecherin des OAP, ergänzt: „An den EU-Außengrenzen sterben täglich Menschen an den Folgen der europäischen aber auch der deutschen Migrationspolitik. Denjenigen, die es trotzdem nach Deutschland geschafft haben, wird das Leben durch den Staat möglichst schwer gemacht. Das nehmen wir nicht hin! Wir akzeptieren es nicht, dass geflüchtete Menschen nach kapitalistischen Verwertbarkeitskriterien beurteilt und entmenschlicht werden. Wir wollen eine Welt ohne Grenzen, Kolonialismus und Ausbeutung, in der alle Menschen dort leben können, wo sie möchten.“



